Friedersreuth I.

(mundartlich Friedaschrath)

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Friedersreuth Totalansicht

1. Ortsname

1417 Frydrichsrewt, 1555 Friedersreut, 1692 Fridersreut, 1726 Friedersreit, seit 1948 Pastviny

Friedersreuth = Reut eines Friedrich

Das Ende des 14. Jahrhunderts gegründete Dorf war, nach den ältesten urkundlichen Nennungen zu schließen, die Rodung eines Friedrich. Die früher vielfach daraus abgeleitete Meinung, der Ort wäre demnach eine Gründung von Kaiser Friedrich I., Barbarossa, gewesen, entbehrt jeglicher geschichtlicheren Grundlage. Wahrscheinlich wurde die Neurodung, kurz nach der Erwerbung des Hofer Regnitzlandes durch den Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg, diesem als dem neuen Landesund Oberlehensherren zu Ehren benannt. Es ist dabei zu bedenken, dass der neue Grundherr des Ascher Landes, Heinrich von Zedtwitz auf Neuberg, praktisch sein Leben lang in den Diensten des Nürnberger Burggrafen stand, in seinem Gefolge an vielen Kriegszügen teilnahm und Rat (Minister) des Burggrafen war. In dem Bestreben, seine neue Herrschaft Neuberg-Asch auszubauen und insbesondere die wüst gelegenen Orte neu zu besiedeln, konnte er auf das Menschenreservoir des damals bereits dicht besiedelten Frankenlandes zurückgreifen. Woher dagegen die Siedler jener ersten Ortschaft „Fridreichsreut“ kamen, die dann 1413 bereits wieder als wüst gelegen bezeichnet wird, ist unsicher. Damals hatten in Friedersreuth die inzwischen im Vogtland ansässig gewordenen Herren von Neuberg noch einen Teilbesitz, während der andere Teil bereits den Herren von Zedtwitz gehörte. Eine vorausgegangene thüringisch-sächsische Erstbesiedlung kann daher nicht ausgeschlossen werden, da ja der Einfluss der Vögte von Weida als Kolonisatoren auf die ihnen unterstehenden von Neuberg und von Zedtwitz sehr bedeutend war. Die neuesten Dialekt- und Ortsnamensforschungen weisen für den Raum Hof-Adorf übrigens in die gleiche Richtung.

Friedersreuth 1841

Friedersreuth - Katasterkarte vom 1841, Quelle: ČÚZK

2. Geschichtliches

Nach erfolgter Wiederbesiedlung und Zunahme der Bewohner dürfte die Rodung des Unterdorfes erfolgt sein. In die jüngste Siedlungsperiode können einige aus herrschaftlichem Wald gerodete Anwesen eingeordnet werden. Es handelt sich hier um kleinere bäuerliche Anwesen, deren Grundbesitz unmittelbar um den Hof lag. Eine Bildung von typischen Waldhufen-Fluren ist hier nicht mehr zu erkennen. Die Namen der Besitzer der einzelnen Anwesen wechseln nach den Zehentregistern häufig. Trotzdem saßen seit rund 200 Jahren bis zur Vertreibung auf den damaligen Höfen oder auf inzwischen anderen, erworbenen Anwesen die Sippen der Wunderlich, Fuchs, Müller (Miller), Hofmann (Hoffmann), Martin, Kropf und ab 1823 die Wilfert.

Mit insgesamt 31 Anwesen war die Besiedlung des Gemeindegrundes praktisch abgeschlossen. Bei den weiteren, bis zur eintretenden Industrialisierung hinzugekommenen Bauten handelt es sich im wesentlichen um Trüpfhäuser (der Grundbesitz reichte nicht über „die Tripf“, d. h. die Dachtraufe, hinaus) oder Anwesen mit ganz geringer Bodenfläche. Sie wurden durchwegs von Handwerkern errichtet. Friedersreuth war als reines Bauerndorf gegründet worden. Von wenigen ortsansässigen Handwerkern abgesehen (Schmied, Müller, Zimmermann, Maurer, Schuster, Schneider), blieb bis zum Eintritt der Industrialisierung die Landwirtschaft die Haupterwerbsquelle. In dem waldreichen Gebiet wurden aber sicher einige Häusler von der Herrschaft als Forstarbeiter, Heger, Zeitler (Imker), Köhler beschäftigt.

Während des 19. Jahrhunderts beginnt auch in Friedersreuth die Hausweberei in großem Umfange einzuziehen, wobei die Lohnarbeiten die zu dieser Zeit in Asch und Roßbach erscheinenden „Fabrikanten“ ausgaben. Der Anteil der in der Textilindustrie Beschäftigten begann in dieser Zeit zu überwiegen, während die Landwirtschaft, die nahezu ausschließlich in den älteren Ortsteilen „Oberdorf“ und „Unterdorf“ betrieben wurde, sich dadurch anteilmäßig verringerte.

Bis zum Dreißigjährigen Kriege war Friedersreuth ein unbedeutendes Dörfchen. Infolge seiner Abgeschiedenheit hatte es weniger unter den Drangsalen des Krieges zu leiden. Auch die Pest wütete in dem Ort nicht in dem Ausmaß, wie dies aus den alten Kirchenbüchern über Roßbach und Gottmannsgrün hervorgeht, wo 19 bzw. 29 Menschen dieser Geißel der Menschheit zum Opfer fielen. Die Bevölkerung vermehrte sich dann nach dem 30jährigen Kriege in auffallender Weise.

Friedersreuth hatte bis zur Einführung der politischen Gemeindeverwaltungen im Jahre 1850 eigene Dorfrichter. Dann wurde es eigene Katastralgemeinde, unterstand aber politisch noch der Gemeindeverwaltung von Roßbach. Dem Gemeinderat in Roßbach gehörte jeweils ein Vertreter von Friedersreuth an. Die Ortschaft war ferner mit Gottmannsgrün dem 4. Sanitätsdistrikt Roßbach zugeteilt (Dr. med. Wedeies). Durch Erlass der Statthalterei von Böhmen wurde am 31. 10. 1904 Friedersreuth von der Gemeinde Roßbach getrennt und erhielt eine eigene Gemeindeverwaltung.

Während der kurzen Periode der selbständigen Gemeindeverwaltung wurde viel für den wirtschaftlichen Aufschwung des Ortes getan. Die größten und finanziell die Kraft der Gemeinde fast übersteigenden Bauvorhaben waren der Straßenbau von Friedersreuth nach Thonbrunn und Roßbach, die im Wesentlichen als Notstandsarbeiten in den Jahren 1927/28 durchgeführt wurden. Flächenausmaß von Friedersreuth beträgt 752 ha.

Aus der Gemeindechronik:

1871 - Blatternepidemie unter den Schulkindern
1872 - Großes Rinderfest
1879 - Die Schule wird zweiklassig
1881 - Anton Chalupa wird Oberlehrer in Friedersreuth
1893 - Einweihung des neuen Schulhauses (24.9.)
1904 - Friedersreuth wird selbständige Gemeinde
1904 - Die Schule wird dreiklassig
1905 - Rinderfest
1907 - Tod des Lehrers Adam Hofmann (24.11. - Unglücksfall: Stutz v. d. Scheune)
1913 - Tod des Oberlehrers Chalupa, Johann Wunderlich wird Oberlehrer
1922 - Elektrifizierung der Gemeinde
1923 - Schneefall im Juni
1924 - Oberlehrer Wunderlich geht in Pension
1925 - Georg wird Oberlehrer
1929 - Einweihung des Kriegerdenkmales (14.9.)
1933 - Brand des Hauses Nr. 70 (6.9.)
1934 - Brand des Hauses Nr. 128 (7.3.)

Gemeinde-Stempel

Friedersreuther Gemeindevorsteher:

1906
Adam Rogler
Gemeinderäte: Johann Wilfert, Adam Zäh, Johann Sperl
1923 / 1930
Adam Zäh
1935
Theodor Wunderlich
1941:
Ferdinand Grimm

F. Grimm - letzter Friedersreuther Gemeindevorsteher

Ferdinand Grimm - letzter Friedersreuther Gemeindevorsteher

1945 wurde bei der Besetzung des Friedersreuth durch den Beschuss der US-Armee das Anwesen Nr. 25 teilweise zerstört. 1946 kam es zur Vertreibung der meisten Bürger der Gemeinde Friedersreuth, bleiben dürften nur wenige Einwohner (meistens die Fabrik-Spezialisten, die die neuen Zuwanderer einschulen müssten). In den nachfolgenden Jahren kam es dann zur Zerstörung des wesentlichen Teiles des Dorfes, das sich in unmittelbare Nähe des Eisernen Vorhanges befand. Viele komplette Häuser wurden dabei zerlegt, zur Bahnstation Thonbrunn gebracht und per Eisenbahn nach Slowakei transportiert. Von den 169 Häuser 1946 sind bis heutigen Tagen nur noch 24 übriggeblieben (die Auflistung finden Sie auf der nächsten Seite).

3. Ortsteile

Die Gemeinde Friedersreuth gliederte sich in mehrere Ortsteile, die teilweise erst in jüngster Zeit entstanden sind. Als der älteste Ortsteil ist das „Oberdorf“ zu nennen, dem als zweite Siedlungsgruppe das „Unterdorf“ folgte. Als nach dem 30jährigen Krieg die Bevölkerungsziffern auffallend schnell anstiegen, begannen Neurodungen in Richtung Kienleite, Hölle und die Flurnamen Brand an der Grenze gegen Schildern und gegen Faßmannsreuth am Höllwald lassen noch die Rodungsarbeit dieses jüngeren Zeitabschnittes erkennen. An der Roßbacher Straße liegen die Ortsteile „Hühnergatzn“ und „Herrenspitz“, die während des 19. Jh. entstanden sind. An diese schließt sich gegen den Neuenteich zu die „Buschkatharina“ (Buschgattern) an, jene eigenartige Flurbezeichnung, die früher zu recht absurden Deutungen Anlass gab. Der Ausdruck „Buschkatharina“ (Buschgattern) ist zurückzuführen auf das zwischen Thonbrunn, dem Pohnelteich und Friedersreuth gelegene große Jagdrevier der Herren von Zedtwitz (Bannwald, Pohnelmühle, Buschgatter, Waldgatter), welches durch Holzzäune gegen die anschließenden Fluren von Friedersreuth abgegrenzt war. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand als Ansiedlung von Webern und Arbeitern der Neuenteicher Spinnerei die „Neustallung“, zuerst auch „Hofmannsreuth“ genannt. Als letzte Siedlungsgruppe folgte südwestlich der Spinnerei der „Unterer Neubau“.

Einzelne Friedersreuther Ortsteile sind auf der folgender Luftaufnahme gekennzeichnet:

Friedersreuther Ortsteile

4. Bevölkerungszahl

Seit Ende des 30.-Jährigen Krieges weißte das Bevölkerungswachstum nur eine ansteigende Tendenz nach. Die höchste Einwohnerzahl erreichte Friedersreuth, wie die folgende Aufstellung zeigt, vor Beginn des 1. Weltkrieges mit 1004 Menschen.

Die Bevölkerungszahl wurde durch beide Weltkriege stark beeinträchtigt, der I. Weltkrieg 1914-18 kostete die Ortschaft 63 Mitbürger, das entsprach 7,1% der damaligen Friedersreuther Bevölkerung. Der II. Weltkrieg 1939-45 forderte dann 64 Opfer.

Den im 1. Weltkrieg Gefallenen errichtete die Gemeinde ein Denkmal, das am 14. September 1929 eingeweiht wurde. Mehr über die Gefallene, Vermisste und Verstorbene währen der beiden Weltkriegen finden Siehier.

Die Entwicklung des Ortes in Zahlen:

Jahr Häuser Einwohnerzahl
1688 22 ca. 100 - 120
1771 31 ca. 130 - 180
1803 43 ca. 200 - 250
1825 - 359
1829 63 399
1840 - 450
1847 74 511
1869/70 99 760
1890 131 808
1900 - 856
1906 - 950
1910 146 1004
1921 143 878
1930 162 922
1938 180 873
1941 - 880
Vertreibung 1946 169 ?

5. Gewerbe

wie sie in jeweiligen Adressbüchern aufgeführt sind. Unter dem Leerstrich wurde in entsprechendem Jahr keine Angabe gemacht, obwohl die meisten Gewerbe trotzdem im Dorfe vorkommen müssten. An den erwähnten Zahlen kann man sich eine Vorstellung über die Änderungen im Laufe der Zeit machen.

1923 / 1930 / 1935 / 1941

Autofrächter: 0 / 1 / 1 / 1
Damenschneiderin: - / 3 / 2 / 1
Dachdecker: - / 1 / - / -
Friseur: - / 1 / 1 / 1
Gastwirte: 6 / 6 / 6 / 6
Gemischtwarenhandlung: 6 / 5 / 5 / 3
Mauerer: 1 / 1 / 1 / 1
Milchhändler: 2 / 3 / 3 / 2
Müller: 2 / 2 / 2 / 2
Schmiede: 1 / 1 / 1 / 1
Schneider: 1 / 3 / 2 / 1
Schnittwarenhandlung: 0 / 1 / 2 / 1
Schuhmacher: - / 1 / - / -
Tischler: 1 / 2 / 1 / 1
Trafikanten: - / 3 / 3 / -
Viehhändler: - / - / 1 / -
Wagner: - / - / 1 / 1
Webwarenerzeuger: 4 / - / - / 1

6. Vereine

Wie in allen Landgemeinden, entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch in Friedersreuth eine rege Vereinstätigkeit. Bereits 1872 wurde der Leichenverein „Bruderliebe“ gegründet, der um die Jahrhundertwende 112 Mitglieder zählte. Aus diesem Verein lösten sich 1875 einige Mitglieder und gründeten den Leichenverein „Einigkeit“. Im Jahre 1886 wurde der Militärveteranen-Verein gegründet. Er war in der Dorfgemeinschaft tonangebend. Der Musik- und Gesangverein bestand seit dem Jahre 1890. Er veranstaltete viele Musik-, Gesang- und Theateraufführungen. Seine Musikkapelle war im benachbarten Hofer Regnitzland und auch im sächsischen Gebiet sehr begehrt. Während des 1. Weltkrieges stellte der Verein seine Tätigkeit ein. Erst im Jahre 1923 wurde wieder ein Pfeifenklub „Freundschaftsbrüder“ ins Leben gerufen.

In früherer Zeit gab es auf den Dörfern viele Brände. Allein in Friedersreuth sind in der Zeit von 1856 bis 1893 sechs Anwesen abgebrannt: am 27. Juli 1856, 3. November 1886, 12. Februar 1882, 9. Oktober 1889, 31. Dezember 1896 und 17. Jänner 1893. Infolgedessen wurde 1892 eine Freiwillige Feuerwehr mit 60 Mitgliedern gegründet, die bis zum Jahre 1904 der Roßbacher Feuerwehr unterstellt war.

Durch Jugendliche wurde im Jahre 1892 der Geselligkeitsverein „Erholung“ gegründet, viele Jahre lang Sammelpunkt vor allem der Jugend des Ober- und Unterdorfes. Erst mit der Bildung von politischen Jugendgruppen zwischen 1927 und 1932 ließ die Tätigkeit dieses Vereins nach. Im gleichen Jahre 1892 fand im Ortsteil Unterneubau die Gründung des Geselligkeitsvereins „Frohsinn“ statt. Der Landwirtschaftliche Ortsverein zählte zu den ältesten und stärksten Lokalgliederungen. Ein 1904 ins Leben gerufener Obstbauverein führte Vorträge, praktische Versuche und Ausstellungen durch.

Verein Erholung

Theatersektion des Verein "Erholung", um 1930

Im Jahre 1923 begann der Arbeitergesangverein mit seiner Tätigkeit. Ein Jahr später folgten die Arbeiterturner und es kam zum Zusammenschluss zum Arbeiter-Turn- und Gesangverein. Der Verein war der stärkste von Friedersreuth; zusammen mit der Kinderabteilung umfasste er über 200 Mitglieder. Sowohl auf turnerischem als auch auf gesanglichem Gebiet wurde wertvolle Arbeit vollbracht. Die Leistungen der Theaterabteilung standen auch auf einer beachtlichen Höhe.

Nach ungefähr zweijähriger Zugehörigkeit der Turnriege Friedersreuth zum Deutschen Turnverein Roßbach wurde im Jahre 1934 der Deutsche Turnverein Friedersreuth mit 60 aktiven Turnern gegründet. Es bestand je eine Turner-, Turnerinnen- und Kinderabteilung. Trotz räumlicher Enge entwickelte sich ein reger Turnbetrieb. Höhepunkt des aktiven Vereinsgeschehens war das gemeinsame Turnfest mit den Nachbarvereinen Thonbrunn, Gottmannsgrün und dem Gründungsverein Roßbach im Jahre 1936 auf der Schallers-Wiese im Oberdorf beim Gasthaus Fritz Zöbisch.

Turnübung 1936

Friedersreuther Schaller-Wiese, links Gasthaus Zöbisch, im Hintergrund Neuenteicher Spinnerei

Über den früheren Schulverein fehlen nähere Angaben. Die unpolitischen Schutzverbände „Bund der Deutschen“ und „Deutscher Kulturverband“ besaßen in Friedersreuth Ortsgruppen. Alle diese Ortsvereine trugen während ihrer aktiven Tätigkeit wesentlich zur Bildung der Dorfgemeinschaft bei.

Nach der Eingliederung des Sudetenlandes ins Dritten Reich 1938 wurden fast alle örtliche Vereine aufgelöst und durch einheitliche Staatsorganisationen ersetzt. 1941 sind nur noch 3 örtliche Vereine erwähnt: Schulverein, Kleintierzuchtverein und Gartenbauverein.

Folgend sind alle uns bekannte Friedersreuther Vereine aufgelistet.

Pos. Verein Gründungsjahr
1 Beerdigungsverein „Bruderliebe“ 1872
2 Beerdigungsverein „Einigkeit“ 1875
3 Militär-Veteranen-Verein 1886
4 Musik u. Gesangverein „Sängerhaim“ 1890
5 Schulverein 1892
6 Geselligkeitsverein Erholung 1892
7 Freiwillige Feuerwehr 1892
8 Geselligkeitsverein Frohsinn 1892
9 Landwirtschaftlicher Ortsverein um 1900
10 Kleintierzuchtverein um 1900
11 Ortsgruppe Union der Textilarbeiter Österreichs um 1900
12 Pfeifenklub „Freundschaftsbrüder“ 1923
13 Arbeiter-Turn- und Gesangverein 1923
14 Geselligkeitsverein „Edelweis“ um 1923
15 Landjugend um 1930
16 Freidenker-Ortsgruppe um 1930
17 Arbeiterradfahrerverein um 1930
18 Geselligkeitsverein Vergissmeinnicht um 1930
19 Bund der Deutschen um 1930
20 Deutscher Kulturverband um 1930
21 Deutsche Turnverein Friedersreuth 1934
22 Bund der Landwirte um 1935
23 Kulturverbandsortsgruppe um 1935
24 Jugendbund um 1935

Folgend sind als ein Beispiel die Friedersreuther Vereine aus dem Jahre 1906 detailliert Aufgelistet:

Schulverein:
Obmann: Joh. Korndörfer, Schriftführer: Albin Fuchs, Kassierer: Johann Höfer
Versammlungen am letzten Sonntag im Monat.
Vereinslokal: Wolfgang Müller, Gasthaus Zur Einigkeit Nr. 42,
Tätigkeit: Fortbildung der Mittglieder, Vermehrung der Lehrmittel.

Landwirtschaftlicher Verein:
Obmann: Adam Luding, Schriftführer: Christian Rahm, Kassierer: Adam Zäh
Tätigkeit: Verbreitung landwirtschaftlicher Kenntnisse im Kreise der Mitglieder,
Hebung des Gesamten landwirtschaftlichen Betriebes.

Kleintierzuchtverein:
Obmann: Johann Wunderlich, Schriftführer und Kassierer: Georg Hofmann,
Versammlungen am dritten Sontag im März, Vereinslokal: Wolfgang Hofmann Nr. 128
Tätigkeit: Forderung der Kleintierzucht in allen ihren Zweigen.

Beerdigungsverein „Einigkeit“:
Obmann: Adam Kober, Schriftführer und Kassierer: Adam Müller
Versammlung am 1. Januar, Vereinslokal: Wolfgang Müller, Gasthaus Zur Einigkeit Nr. 42
Tätigkeit: Bestreitung der Leichenkosten bei Beerdigung von Mitgliedern und deren Ehegatten.

Verein Einigkeit

Verein Einigkeit, um 1930

Beerdigungsverein „Bruderliebe“:
Obmann: Georg Hofmann, Schriftführer: Heinrich Ritter, Kassierer: Adam Hofmann
Versammlung am 1. Januar, Vereinslokal: Wenzel März Nr. 130
Tätigkeit: Bestreitung der Leichenkosten bei Beerdigung von Mitgliedern und deren Ehegatten.

Militär-Veteranen-Verein:
Obmann: Johann Rogler, Schriftführer und Kassierer: Adam Riedel
Versammlung am 2. Sonntag im November, Vereinslokal: Reinhold Richter - Zur Eiche Nr. 8
Tätigkeit: Gegenseitige Unterstützung bei Todesfällen von Mitgliedern,
Bestreitung der Begräbniskosten, Pflege des patriotischen Geistes.

Gesangverein „Sängerhaim“:
Obmann: Kaspar Heinrich, Schriftführer: Hermann Höfer, Kassierer: Christian Rahm
Versammlungen am jeden Donnerstag, Vereinslokal: Reinhold Richter - Zur Eiche Nr. 8
Tätigkeit: Pflege des Gesanges, der Freundschaft und Fröhlichkeit

Verein „Erholung“:
Obmann: Ernst Müller, Schriftführer und Kassierer: Rudolf Luding
Versammlung am 27. Dezember, Vereinslokal: Reinhold Richter - Zur Eiche Nr. 8
Tätigkeit: Veranstaltung von geselligen Unterhaltungen in belehrender, erholender und erheiternder Weise.

Freiwillige Feuerwehr:
Obmann: Adam Martin, Schriftführer und Kassierer: Albin Fuchs Versammlung im Januar
Bei Feuersgefahr durch ein geordnetes Zusammenwirken das Leben und Eigentum
der Bewohner des Friedersreuth zu schützen.

Ortsgruppe Union der Textilarbeiter Österreichs:
Obmann: Adam Hofmann, Schriftführer: Rudolf Petzold, Kassierer: Wolfgang Meier
Versammlung unbestimmt, Vereinslokal: Wolfgang Hofmann Nr. 128
Tätigkeit: Wahrung und Förderung der geistigen und materiellen Interessen ihrer Mitglieder
mit Ausschluss jeder politischen Tendenz.

7. Mühlen

Friedersreuth wurde vom Zinnbache in das obere und untere Dorf geteilt. An dem Zinnbache waren 2 mit Brettsägen verbundene Mühlen situiert und zwar die Obere Mühle Nr. 31 (Adam Riedel) die obere früher auch Pochmühle genannt, weil daselbst Zinnerzstampfen eingerichtet waren, dann die Untere Mühle Nr. 11 (Friederike Wunderlich). Mehr über die Friedersreuther Mühlen finden Siehier.

8. Gasthäuser

In Friedersreuth gab es 6 Gasthäuser, wobei nur ein davon (März Nr. 130) erst am Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde. Es waren:

Gasthaus Zur Eiche, Nr. 8
Gasthaus Zum heiteren Blick, Nr. 18
Gasthaus Zur Einigkeit, Nr. 42
Gasthaus Zu den zwei Linden, Nr. 65
Restauration Fritz Zöbisch, Nr. 128
Gasthaus März, Nr. 130

Mehr über die Gasthäuser finden Siehier.

9. Schulwesen

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts drängten die Behörden auf ganzjährigen Unterricht. Seit 1823 wurden die Friedersreuther Kindern in einem von den Gemeinden gemieteten Zimmer eines geeigneten Hauses unterrichtet. Später hatte die Gemeinde ein eigenes Schulhaus mit einem Glockenturme und einer Uhr bauen lassen. Das Schulhaus wurde am 24.9. 1893 eingeweiht. Zuerst war die Schule 2klassig, seit 1904 dann 3klassig. Der Schulverkehr wurde 1946 mit der Vertreibung eingestellt und nie wieder aufgenommen. In den Nachkriegszeiten diente dann die Schulgebäude als ein Unterkunftshaus der tschechischen Grenzwache. Nach dem Bau der neuen Kaserne wurde die alte Schulgebäude um 1970 abgerissen.

Mehr über Friedersreuther Schulwesen finden Siehier.

Friedersreuther Schulhaus Friedersreuther Schulhaus als Grenzwache-Kaserne

Die Friedersreuther Voklschule, rechts mit dem Anbau - als Kaserne der Grenzwache, um 1960

Quellen:
Benno Tins – Die eigenwillige Historie des Ascher Ländchens 1977;
J. Tittmann – Heimatskunde des Ascher Bezirkes 1893;
Rossbacher Heimatbuch 1970;
Johann Richard Rogler - Die Orts- u. Flurnamen d. Ascher Bezirkes 1955;

 

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Kontakt: thonbrunn@gmail.com ⁄ © Slavomír Michalčík 2014